Um ein breites Spektrum an Modellbau-Techniken und -Ansätzen zu vermitteln gab es vier Aufgaben. Von experimentell-gestalterischen Tests, präzisen Modellbauaufgaben bishin zu technisch-konstruktiven Detailstudien.
A) Bau komplexer Baukörper
Am Beispiel des Gewölbe-Pavillion wurde der Bau komplexer Baukörper erprobt. Die Herleitung ging ausgehend von einer zeichnerischen Annäherung, um sich mit dem Baukörper vertraut zu machen, über den Bau eines Volumenkörpers, zum Drahtmodell, hin zur digitalen Mantelflächenkonstruktion und schließlich zum Bau des Gewölbe-Pavillion aus Karton.
C) Experimenteller Modellbau – ‚Golden Hour‘
Ziel dieser experimentellen Aufgabe war die Entwicklung eines atmosphärischen Raumes mit besonderen Fokus auf Tageslicht-Raumbeleuchtung. Bei der Wort- und Bildrecherche hat sich für mich die ‘Golden Hour’ als besonders interessante Tageslicht-Situation herausgestellt. In meinem Raummodell möchte ich diese Momentaufnahme verlängern.
D) Analyse Detailpunkt, Entwicklung Knotenalternative
In dieser konstruktiven und gleichzeitig kreativen Aufgabe wurde ein Möbelknotenpunkt analysiert und eine neue Verbindungslösung gefunden. Ich habe den ‘Picapau-Stool’ von Radice Orlandini gewählt und die vorhandenen Knotenpunkte analysiert und einen Schnitt gezeichnet. Daraufhin habe ich einen Punkt gewählt und mit Hinblick auf verschiedene Schwerpunkte skizzenhaft versucht eine Lösung zu finden.
Nach Skizzenserien mit eher statischen Verbindungen, wie auch bisher, erfolgte ein Methoden-Wechsel und ich habe mich auf dynamische Verbindungen fokussiert. Den Knotenpunkt habe ich inspiriert vom Klick-Parkett-System gelöst.
Schnitt A-A
| Original
| Alternative
Knotenpunkte
| Varianten zur Analyse
Die Lichtstimmung habe ich mit Moodboards noch einmal bildlich klar formuliert Im Prozess wurde durch iterative Modelltests deutlich, dass nicht nur Farbe, sondern auch Lichtführung, Schattenwurf und Raumform zentrale Rollen spielen. Erstes Zielobjekt war ein überwiegend gläserner Pavillion, mit dem ich im 1:50 Modell viele Varianten durchgespielt habe. Die gewünschte Lichtstimmung war mir jedoch nicht möglich herzustellen, weshalb ich zu einem langen Rechteckraum, wie beispielsweise einem Flur, gewechselt bin. Dies ist ein Raum der einer Tageslichtoptimierung bedarf und auch für mein gewünschtes Ergebnis günstiger war. Das finale Modell hat durch die Verlagerung der farbigen Fenster eine starke Raumwirkung, verliert jedoch nicht den natürlichen Bezug zum Außen, der mir ebenfalls sehr wichtig war. Das experimentelle Arbeiten am Modell hat gezeigt, dass Modelle eine relevante Methode im Entwurfsprozess sind und man mit regelmäßigen Kontrollen und einem reflektierten Arbeiten wesentlich zielgerichteter entwerfen kann.
B) Modellbau 1:500, Kunsthaus Bregrenz
Ein weiteres präzises Entwurfsmodell wurde vom Kunsthaus Bregrenz gebaut. Fokus lag hier auf Reduktion, Genauigkeit und Materialorganisation. Nach Digitalisierung und Reduktion der Pläne auf modellrelevante Elemente, folgte die Erstellung einer Stückliste mit anschließendem sauberen Zuschnitt und strukturierten Aufbau. Besonders war auch die abnehmbare Fassadenhülle.
Bildrecherche
| In der eigenen Fotogalerie
Modelltests Pavillion-Gebäude
| Tests zur Lichtverteilung und Schattenwurf im und außerhalb des Gebäudes
Rechteckraum
| Buntverglasung ausgeführt als Oberlichter
Moodboard
| zur Stimmung der ‚Golden Hour‘
Modelltest
| Rechteckraum mit geneigten Fassadenfenstern als Farbspiel (zu bunt und unnatürlich, kein Bezug zur Natur mehr)
Finaler Knotenpunkt im Modell
Finale
| Diese Raumbeleuchtung durch das Spiel mit Tageslicht erzielt meine Vision der ‚Golden Hour‘ mit bestehendem Realitätsbezug durch den freien Ausblick.